Sonntag, 8. Januar 2017

Rezension "Honigtot"

„Honigtot“- Hanni Münzer  






Titel: Honigtot
Autor/in: Hanni Münzer 
Verlag: Piper
Preis: 9,99 €
Seiten: 480 Seiten
ISBN: 978-3-492-30725-3
Erscheinungsdatum: 13.04.2015 
Altersempfehlung:  ab 17/18 Jahren 




Inhalt 

Wie weit geht eine Mutter, um ihre Kinder zu retten?
Wie weit geht eine Tochter, um ihren Vater zu rächen?
Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen überdauern und alte Wunden heilen?

Als sich die junge Felicity auf die Suche nach ihrer Mutter macht, stößt sie dabei auf ein quälendes Geheimnis ihrer Familiengeschichte. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit und zum dramatischen Schicksal ihrer Urgroßmutter Elisabeth und deren Tochter Deborah. Ein Netz aus Liebe, Schuld und Sühne umfing beide Frauen und warf über Generationen einen Schatten auf Felicitys eigenes Leben.



Meine Meinung 

Die Erzählung der Geschichte beginnt am Tag des Todes der Großmutter Felicitiys, an welchem ihre Mutter überstürzt und für ihre Familie unverständlich nach Rom aufbricht. Felicity reist ihrer Mutter hinterher und findet ihre Mutter dort völlig aufgelöst und verwirrt inmitten zahlreicher Papiere ihrer Großmutter. Als Felicity sich selbst mit den Papieren ihrer Großmutter beschäftigt, begibt sie sich auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit. 

Die Geschichte spielt in zwei Zeiten. Einmal in der Gegenwart, mit Felicity und ihrer Mutter. Der Hauptteil der Geschichte spielt aber in den Jahren 1924-1945. 

In der Vergangenheit wird die Geschichte von Elisabeth Berchinger geborene Malpran, einer jungen Opernsängerin und deren Familie in der Kriegszeit. Elisabeth ist eine junge Frau, welche ein sorgloses Leben an der Seite ihres Mannes Gustav Berchinger, lebt. Sie lebt ausschließlich für ihre Kunst und schließt alles politische was in der Zeit geschieht vollkommen aus. Dies ändert sich aber, als sich die Lage in Deutschland immer mehr zuspitzt und sie beschließt mit ihrem Mann, welcher ein jüdischer Arzt ist, und ihren Kindern Deborah und Wolfgang aus Deutschland zu fliehen. Dies gelingt aber nicht und Gustav verschwindet spurlos. Elisabeth begibt sich auf die Suche nach ihrem Mann und gerät so immer mehr in die Fänge der Nationalsozialisten. 

In der Vergangenheit wird die Geschichte neben der Mutter Elisabeth größtenteils auch von ihrer Tochter Deborah erzählt, welche schon früh auf sich alleine gestellt ist und sich nach einiger Zeit alleine durch die schwierige Zeit beißen muss. Mit ihren 17 Jahren ist sie zum einen schon sehr reif für ihr Alter, in vielen Dingen aber auch noch etwas kindlich und naiv, aber auch genau das hat sie so authentisch gemacht. Genauso wie ihre Freundin Marlene hat sie schon einiges durch gemacht und zusammen meistern sie einige Situationen. 

Hanni Münzer kombiniert in „Honigtot“ eine tragische Geschichte zweier junger Frauen mit den Fakten der Nazizeit, was ihr wirklich sehr gut gelungen ist. Der Schreibstil ist angenehm, die Sprache in manchen Situationen aber etwas ungewohnt. Mit Deborah zeigt Hanni Münzer die verschiedenen Leben in der Nazizeit. Einmal das der Nazifrauen und einmal das der Juden, welche verfolgt und ermordet wurde. Deborah lebt als Geliebte eines angesehenen und einflussreichen Mannes der Zeit, gleichzeitig muss sie aber auch alles tun was er will, damit ihrem Bruder, welcher wie sie Halbjude war und gleichzeitig auch eine leichte Gehbehinderung hatte, weiter unter Albrechts Schutz stand. 

Hanni Münzer ist an manchen Stellen zu sehr ins Detail gegangen und hat für mich eher weniger wichtige Situationen zu detailliert beschrieben. Gleichzeitig hat sie des öfteren aber auch kleinere Zeitsprünge gemacht und Geschehenes nur kurz angeschnitten, was mir wiederum gut gefallen hat. 


Fazit 

Hanni Münzer hat in „Honigtot“ die Geschehnisse, die Angst und die Sorgen der damaligen Zeit super aufgeführt. 

Wer sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert, dem kann ich „Honigtot“ wirklich nur empfehlen. 


Das Buch bekommt von mir 4/5 Punkte.

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