Montag, 10. April 2017

Rezension "Den Mund voll ungesagter Dinge"

„Den Mund voll ungesagter Dinge“- Anne Freytag 





Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autor/in: Anne Freytag 
Verlag: Heyne fliegt
Preis: 14,99 € (Paperback), 11,99 € (eBook)
Seiten: 399 Seiten
ISBN: 978-3-453-27103-6
Erscheinungsdatum: 6.03.2017
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 




Inhalt


Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. 

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.



Meine Meinung 


Nachdem ich „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag schon gelesen habe, es mich voll und ganz überzeugt hatte und es zu meinen Lieblingsbüchern gehört, musste ich natürlich auch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von ihr lesen. 

Und obwohl ich mir zu Beginn nicht sicher war ob mir „Den Mund voll ungesagter Dinge“ wirklich gefallen würde, da es ja schon ein etwas anderes Thema war, konnte es mich am Ende wirklich komplett überzeugen. 

Der Titel sowie das Cover haben mir wirklich sehr gut gefallen und passen auch sehr gut zu der Geschichte. 


Durch den flüssigen und wirklich sehr angenehmen Schreibstil der Autorin bin ich sehr gut in die Geschichte rein gekommen. Anne Freytag nimmt uns mit auf eine Reise mit der 17- jährigen Protagonistin Sophie, welche gegen ihren Willen mit ihrem Vater zu dessen neue Freundin nach München ziehen muss. Eigentlich ist Sophie sehr direkt und sagt was sie denkt, aber dennoch gibt es eine ungesagte Dinge in ihrem Kopf, welche sie auch für sich behält. Sophie weiß ganz genau was sie will und was nicht. Durch ihre direkte und offene Art war sie mir von der ersten Seite an total sympathisch. Auch durch den detaillierten Schreibstil von Anne Freytag ist es mir als Leser nicht schwer gefallen mich in Sophie hineinzuversetzen. Und wer kennt es nicht? Man ist 17, also alt genug um eigentlich auch mal Entscheidungen alleine treffen zu können, aber trotzdem noch nicht Volljährig um sie dann wirklich alleine treffen zu dürfen und genauso geht es auch Sophie. Als Leser begleitet man Sophie dabei wie Erfahrungen und auch Fehler macht, sich dadurch aber auch weiter entwickelt. Die Kapitel sind aus der Sicht von Sophie geschrieben, wodurch es für den Leser noch einfacher wird sich in die Situationen und auch in Sophie hineinzuversetzen, da man so auch einen Einblick in ihre Gefühle und Gedanken bekommt. Ich als Leser konnte mich in den meisten Situationen wirklich sehr gut in Sophie hineinversetzen und habe mich auch in eigenen Situationen wiedererkannt. 

Neben Sophie war mir auch Alex, von Anfang an sehr sympathisch, dies hatte sich in manchen Situationen im Buch, aufgrund ihres Verhaltens etwas geändert, aber alles in allem habe ich auch Alex wirklich gemocht. Sophies Stiefmutter Lena, von welcher man als Leser gedacht hätte, sie wäre das typische „Stiefmutter-Monster“, war das komplette Gegenteil, Sie und auch ihre beiden Söhne haben Sophie von Anfang an mit offenen Armen in der Familie aufgenommen und auch in Situationen, in welchen man es als Leser nicht erwartet hätte, hat Lena zu Sophie gehalten und sie unterstützt, obwohl Sophie manchmal wirklich unfair zu ihr war. Auch sie habe ich von Anfang an gemocht. 

Anne Freytag ist es mit „Den Mund voll ungesagter Dinge“ wirklich sehr gut gelungen ein Thema, über welches, selbst in der heutigen Zeit, oftmals nicht wirklich offen gesprochen wird, sehr gut in eine spannende Geschichte mit sympathischen und liebenswerten Charakteren zu packen.

Aufgrund des Klappentextes könnte man davon ausgehen, dass es bei „Der Mund voll ungesagter Dinge“ nur um eine Liebesgeschichte handelt. Dies ist aber überhaupt nicht der Fall. Das Thema Liebe ist in dem Buch ein wesentliches Thema, aber weiter geht es auch um Freundschaft, Familie, das Gefühl von niemandem verstanden zu werden und alleine zu sein, aber am Ende doch zu merken, dass dies überhaupt nicht der Fall ist. Um das Erwachsen werden und um die Frage „Wer bin ich eigentlich?“. Anne Freytag ist es wirklich super gut gelungen diese ganzen Themen in eine wirklich tolle, spannende, berührende, aber auch eine etwas andere Geschichte zu packen, welche mich voll und ganz überzeugt hat. 

Wie auch bei „Mein bester letzter Sommer“ gibt es am Ende des Buches eine Playlist, welche die Geschichte noch ein bisschen abrundet und mir wirklich super gefallen hat.

Das Buch hat vom Verlag eine Altersempfehlung ab 14 Jahren bekommen, ich persönlich finde aber, dass das Buch aufgrund einiger Situationen eher für Leser ab 16 Jahren geeignet ist. 


Fazit 

Mit „Ein Mund voll ungesagter Dinge“ hat Anne Freytag mal eine etwas andere Geschichte über das Thema Liebe geschrieben, aber trotzdem eine genauso schöne und auch berührende, welche mich wirklich überzeugt hat. 


Das Buch bekommt von mir 5/5 Punkte und eine klare Leseempfehlung.